Investmenttipp

Aktualisiert: Mai 2

Investoren empfehlen Investoren vor dem Erwerb ausländischer Finanzprodukte sich über die ausländischen Modalitäten zur Quellensteuerentlastung zu informieren.

In manchen Staaten ist die Rückforderung einfacher, in anderen Staaten ist die Rückforderung eine fast unüberwindbare Hürde und schmälert den Finanzertrag substanziell. Grund für die Verschärfung bei der Nachweispflicht sind neue Betrugsszenarien wie das Dividendenstripping. So kann etwa die Teilnahme der Depotbank am TRACE-Programm des Partnerstaates oder ein kostenpflichtiger Nachweis über die Abfuhr der am Depotauszug aufscheinenden Quellensteuer erforderlich sein. Am besten auf Nummer sicher gehen und vor dem Erwerb ausländischer Finanzprodukte über die ausländischen Modalitäten zur Quellensteuerentlastung zu informieren. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass in manchen Staaten bei der Rückerstattung mit einer mehrjährigen Bearbeitungsdauer zu rechnen ist. Es gibt jedoch Banken, die für dich diese Rückerstattung automatisch abwickeln.


Die Rückerstattungsätzen im Detail

Die Rückerstattung der Quellensteuer lohnt sich in Tschechien (25 Prozent), Finnland, Schweden, Schweiz und Portugal (20 Prozent), Frankreich (15 Prozent) Belgien und Dänemark (12 Prozent), gefolgt von Deutschland (11,375 Prozent) oder Italien (11 Prozent). Zusätzlich zum Quellensteuersatz, wird die österreichische Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent noch auf die Quellensteuersätze des Quellenstaats aufgeschlagen. Die Steuerrückzahlung muss aktiv eingefordert werden, ansonsten behält sich der Quellenstaat seine Steuer. Somit würdest du ohne eine Rückforderung bei tschechischen Aktien bei einer Dividendenausschüttung eine Gesamtsteuerbelastung von 52,5 Prozent zu tragen haben.


Bürokratische Hürden in Deutschland, Frankreich und Italien

Eine besondere bürokratische Hürde ist die Quellensteuer Rückerstattung in Frankreich und Italien. In Frankreich und Italien kann die Einreichung nur über einen im Land ansässigen Intermediär erfolgen. Diese Länder können daher nur über ein Rückerstattungsservice der österreichischen Depotbank adressiert werden. Hier ist abzuklären, ob die Depotbank diesen Service anbietet. Aktuell sind die bürokratischen Hürden für Kleinanleger ein Deutschland auch nicht zu unterschätzen (Kosten pro Positionsnachweis von etwa 40 Euro).

Steuerberatung

Die Steuerberatungskanzleien in deiner Nähe übernehmen die Rückforderung der Quellensteuer gerne. Dabei Fallen zusätzlich zu den administrativen Kosten noch die Kosten für die Steuerberatung an. Im besten Fall bist du Kunde einer Bank, die die Rückforderung für dich erledigt. Aufgrund des hohen Zusatzaufwands wird das allerdings nur von wenigen Banken angeboten. Die Schoellerbank zählt zu den Instituten, die diese Dienstleistung in Österreich anbieten.


Investorentipp: Auswahl von Wertpapieren

Aus steuerlicher Sicht und aus Sicht des potenziellen Gesamtertrags solltest du daher vor einem Investment in Aktien oder Anleihen die Höhe des ausländischen Quellensteuersatz und den Aufwand der Rückforderung gleich einkalkulieren. Schließlich haben diese beiden Punkte eine direkte Auswirkung auf die persönliche Rendite nach Steuern. Aktienausschüttungen von Firmen aus den USA, Großbritannien, Estland, Lichtenstein, Luxemburg, Hongkong, Singapur, Slowakei, Japan, Zypern oder Russland werden niedriger besteuert als die anrechenbare Quellensteuer. Du merkst dann keinen Unterschied in der Besteuerung im Vergleich zu einer inländischen Aktienausschüttung. Zahlt deine US-Aktie eine Dividende, so ist die in den USA einbehaltene Quellensteuer mit 15 Prozent so hoch wie der maximale Anrechnungsbetrag gemäß Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und der USA. Das bedeutet für dich, dass US-Dividenden auch ohne die aufwendige Rückerstattung nicht höher besteuert werden.

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